Mit dem Rollstuhl durch Skandinavien

Eine super Reise, die in vielerlei Hinsicht ganz anders lief, als ich es mir vorgestellt hatte.

Am 19. Juni stand ich tatsächlich schon um 4:40 Uhr in der Früh auf dem Bahngleis am Fuldaer Bahnhof.
Warum denn so früh? Weil ich einen ausreichend großen Sicherheit-Puffer haben wollte, um auf jeden Fall meine Fähre in Kiel rechtzeitig und stressfrei zu erreichen. Die Color-Line fuhr dort nämlich um 14:00 Uhr ab Richtung Oslo – dem Ausgangspunkt der Rundreise durch Skandinavien…

Und genau dort wollte ich mit meinem Freund Jochen nach der Überfahrt zusammenkommen und unsere 9-tägige Tour durch Norwegen, Schweden und Finnland zu starten.
Durch seine großartige Expertise und Detailarbeit hat er schon lange eine Route ausgearbeitet, die uns in den nächsten Tagen an viele interessante Orte und über spannende Strecken führen sollte!

Hier findet Ihr seinen Reisebericht in drei Teilen:
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,11513870

Da wir fast ausschließlich Züge nutzten und Bahnhöfe ansteuerten, stand natürlich schon lange die Frage im Raum, welchen meiner Rollstühle ich denn dafür nutze. Nach einigen Überlegungen habe ich mich entschieden, mir für die Reise extra einen weiteren Rolli zu mieten… Es ging um Gewicht, Reichweite, Größe etc.
Ich brauche einen faltbaren Elektro-Rollstuhl. Und schnell fiel dann die Wahl auf das Angebot von Ergoflix.
Faltbarer Elektro-Rollstuhl, ausreichende Reichweite von 30 km, nur etwas über 20 kg schwer.
Und für 4 Wochen Mietzeitraum habe ich € 439,- bezahlt.

Weil wir natürlich nicht nur Züge zum schnellen Vorwärtskommen auf unserer Liste hatten, sondern eben auch Bummelzüge, mit denen wir die Landschaft genießen wollten.
Aber dann eben auch ohne Hebebühnen, Rollstuhl-Plätzen etc.

Mit dem Ergoflix am Bahnsteig in Fuda

Der ICE solte um 10:40 Uhr in Kiel eintreffen, also wirklich viel Zeit für das Umsteigen auf die Fähre…
Dachte ich! Aber es kam ganz anders:

Der ICE schaffte es bis Hannover, Weiterfahrt ausgeschlossen! Und Kiel war auch mit einem anderen Zug nicht möglich – weshalb uns dann ein Zug nach Hamburg angeboten wurde…
Zum Glück hatte ich ab diesem Zeitpunkt quasi eine Standleitung nach Oslo. Dort war Jochen ja schon und ab diesem Moment standen wir in regelmäßigen Telefonkontakt, welche Optionen sich denn anbieten.

Es war schnell klar, dass ich die Fähre in Kiel nicht mehr rechtzeitig erreichen werden.
Umdisponieren also – am Hamburger Flughafen gab es noch einen Flug nach Oslo am Nachmittag.
Um 12.21 Uhr erreichte der ICE Hamburg. Aber aufgrund ausgefallener Fahrstühle am Hauptbahnhof die nächste Haltestelle Hamburg Dammtor.

Bahnhof Hamburg-Dammtor

Ich bin dann mit dem Taxi von dort an den Hamburger Flughafen und vergesse die erste Begegnung dort sicher nicht!
Bin an einen Info-Schalter des Flughafens und habe meine Situation geschildert: „Ich muss heute mit dem Flieger der norwegian-Airline nach Oslo – zusammen mit meinem Elektro-Rollstuhl…“
Also drei fantastische Bedingungen: Ich mit den Nerven durch, kein Flugticket und außerdem eine Batterie im Rollstuhl, die eigentlich immer 24 Stunden vor Abflug mit allerlei technischen Daten angemeldet werden muss, um in ein Flugzeug zu dürfen…

Laura, die Mitarbeiterin des Flughafens, war gefühlt die nächsten 120 Minuten an meiner Seite, hat viele Telefonate geführt – bis ich schließlich das Ticket für den Flug nach Oslo in den Hand hatte…

Boarding-Karte für den Norwegian-Flug Hamburg-Oslo

Mir viel in diesem Moment ein riesiger Stein ab – es war tatsächlich über meiner Energie-Grenze… Und also dann noch einer der beiden Akkus im Rollstuhl verhakt war und sich nicht lösen ließ…
Aber irgendwann war das alles geschafft und ich saß im Flieger nach Oslo!!

Anflug nach Oslo

In Oslo angekommen hat mit Jochen am Flughafen empfangen und wir sind zusammen direkt in das direkt benachbarte Radisson-Hotel. Dort habe ich mir ein Zimmer für die Nacht gebucht – dann ging es ins Restaurant – endlich etwas zu Essen… Habe ich total vergessen in den Stress.
Ich bin nach dem sehr leckeren Essen um 22:30 Uhr im Hotelzimmer angekommen; Gefühlt fünf Minuten später habe ich tief geschlafen.

Mein Bett im Radisson-Hotel, Oslo

Ausgeschlafen und durch ein großes Frühstücksbuffet gestärkt bin ich dann – wieder mit dem Taxi nach Oslo in die Innenstadt aufgebrochen, um dort mit Jochen zusammen zu kommen und endlich die eigentliche Reise zu starten. Und bei dieser Gelegenheit durfte ich Gisela kennenlernen – Familienmitglied aus Jochens Verwandtschaft. Sehr interessant – wir sind mit Ihr zusammen eine kleine Runde durch das Wohnviertel geschlendert, in dem sie lebt.
Sehr schöne Gegend, viel Grün, öffentlichen Saunen, Cafe´s –in einem haben wir dann etwas Süßes genossen, bevor wir uns Richtung Bahnhof verabschiedet haben.

Cafe in Oslo

Um 17:00 Uhr waren wir pünktlich am Gleis und ich war das erste Mal in der Situation, wie der Einstieg mit Rollstuhl hier wohl klappt.
Und siehe da: Wie im Vorfeld per Mail angefragt, gab es keinerlei Schwierigkeiten.
Der Zug war vom Bahnsteig aus quasi auf gleicher Höhe zu befahren. Und super gelöst war es, in diesen Zügen auf die Ebene der Sitzplätze zu kommen! Hubplattform innerhalb des Zuges!
Und natürlich eine sehr hilfsbereite Zugbegleiterin.

Einsteigen – und dann per Hub-Lift auf die Wagon-Ebene!

Und dann lag die erste Strecke vor uns: Von Oslo nach Karlstad
Durch schöne Landschaft mit ganz vielen Seen und Flüssen haben wir das tolle Wetter und schöne Aussichten sehr genossen.

Schöne Strecke an Flüssen und Seen vorbei
Fußgängerzone in Karlstad

Und weil auch Reisen und die vielen Eindrücke Energie kosten, sind wir nach einer kurzen Runde doch die Fußgängerzone von Karlstad dann sehn zufrieden in unsere Hotelbetten gefallen – beides in der Nähe des Bahnhofes, also zu Fuß bzw. Rolli gut erreichbar.

Hamburg mit dem Rolli – erstes Mal Zugfahren…

Am vergangenen Samstag ging es los – erst zum Bahnhof nach Fulda und von dort mit dem ICE Richtung Hamburg Hauptbahnhof.
Mein Freund Jochen saß schon im Zug; Er hat die Reise in München gestartet.

Hebebühne vom Mobilität-Service der Deutschen Bahn

Da die Idee für die Reise schon im vergangenen Oktober feststand, hatten wir genügend Zeit, alles Wichtige völlig relaxed im Vorfeld zu buchen / zu bestellen.
Sowohl für die Hin-, als auch für die Rückfahrt habe ich über den Mobilität-Service der Bahn Hilfe beim Ein- und Aussteigen bekommen. Das klappt mit dieser Hebebühne super.
Einfach anrufen, Reiseinformationen durchgeben und dann zum vereinbarten Zeitpunkt (20 Minuten vor Abfahrt) am Treffpunkt sein – Die Mitarbeiter kümmern sich dann komplett um alles, bis man im Zug sitzt. Der Service ist kostenfrei.

Nach einer sehr entspannten Fahrt – wir haben als Früh-Bucher einen Wahnsinnspreis für die erste Klasse bekommen – waren wir am Nachmittag in Hamburg. Der Mobi-Service stand schon bereit und los ging’s!

Jetzt also der erste Aufzug – auf der Tour gab es einige – fast alle haben auch funktioniert

Jetzt hieß es zuerst mal, zum Hotel und die Koffer loszuwerden.
Wir haben ein barrierearmes Zimmer im Hotel NewLivingHome nahe des Tierparks Hagenbeck gebucht; Die gleichnamige U-Bahnstation ist keine 200 m vom Hotel entfernt – vom Hbf etwa 20 Minuten und neun U-Bahn-Haltestellen.

Großzügig mit getrennten Schlaf- und Wohnzimmer, großem Badezimmer mit ebenerdiger Dusche und kleiner Küche

Weil wir beide an diesem Abend keine große Strecke mehr machen wollten, haben wir uns ins Hotel-Restaurant gesetzt und dort sehr lecker zu Abend gegessen. Dann direkt in die Federn und beide gut geschlafen.

Der Morgen und die Aussicht aus’m Fenster mit Sonnenschein und blauem Himmel

Am nächsten Morgen haben wir uns kurz über den Tagesablauf unterhalten – bei einem sehr ausgiebigen Frühstück – Das Buffet und der Service hat keine Wünsche offen gelassen.
Und weil wir schnell einig waren ging es mit „klassischem Programm“ los: Stadt- und Hafenrundfahrt.

Start der Stadtrundfahrt an der Haltestelle direkt man Hauptbahnhof

Nach einem kurzen Telefonat mit dem Anbieter der Stadtrundfahrt bzgl. Barrierefreiheit in und zu den Busen ging es los – U-Bahn zum Bahnhof und raus an die Haltestelle (Fahren am Wochenende alle 20 Minuten).

Klar, dass mit dem Rolli die obere Ebene des Busses nicht ging, aber auch durch das Fenster am Rollstuhl-Platz hab ich alles mitbekommen. Villenviertel, Kiez, Hafen, Einkaufsmeile, Parks, Hotel Atlantic, viele spannende Geschichten der Stadt usw. (Hier alle Haltestellen der Linie A)

Viele spannende Station mit ihren Geschichten

OK, wie geplant, sind wir dann an den Landungsbrücken aus dem Bus raus und nach kurzer Orientierung in das passende Schiff rein (Unseres hatte eine Rolli-Toilette, die für (!!) mich befahrbar war.
Auch wegen des Wetters sind wir im Schiff geblieben, habe als nicht am Freideck gestanden. Und auch von hier einen super Ausblick gehabt und viele Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus gesehen – und viel vom Moderator erfahren, der echt viel zu erzählen hatte.
(Bitte beachtet, dass meine Links keine Empfehlungen o.ä. sind. Es sind nur die Anbieter, die wir mehr oder weniger spontan ausgesucht haben.)

Rundfahrt durch den Hafen – die großen Containerschiffe waren überwältigend

Nach dem Ende der großen Hafenrundfahrt sind wir wieder in den den roten Doppeldecker gestiegen und haben die restlichen Stationen der Stadtrundfahrt mitgemacht, bevor wir wieder am Hauptbahnhof ausgestiegen sind, um weiter auf Erkundungstour zu gehen.

Gefühlt sitzt man im Bauch eines historischen Schiffes

Und weil Jochen nicht das erste Mal in Hamburg ist, hat er ein paar Empfehlungen und Tipps geben können  – in diesem Fall ins Restaurant Schifferbörse im nahegelegenen Stadtteil St. Georg, wo wir uns nochmal kräftig gestärkt haben.
Und wegen der sehr vielen Eindrücke haben wir damit unseren ersten Tag in Hamburg ausklingen lassen und sind zurück ins Hotel.
Ach ja: Den kompletten Nahverkehr (U- und S-Bahn und alle Busse im Stadtbereich) haben wir mit dem „9-Uhr-Ticket“ des Hamburger Verkehrsverbundes genutzt. Damit kann man – der Name ist Programm – ab 9:00 bis am nächsten Morgen um 6:00 Uhr durch Hamburg unterwegs sein.

Die Karo-Flächen an den Haltestellen kennzeichnen den Bereich, an dem der Abstand Bahn-Bahnsteig am kleinsten und mit dem Rolli am leichtesten überwunden werden kann / und eine Freifläche im Zug vorhanden ist.,

Und weil das in diesen ersten beiden Tagen so gut geklappt hat, war ich tatsächlich echt „locker im Kopf“ bei dem Gedanken, die nächsten Tage auf eigene Faust unterwegs zu sein. Jochen hat sich in den folgenden zwei Tagen mit Freunden und Familienteilen in Hamburg getroffen – wir sind an den Nachmittagen wieder zusammengekommen, um die vorher geplanten Highlights zusammen zu genießen. Diese beiden Programmpunkte waren für Montag und Dienstag auf unserer Liste: Konzert in der Elbphilharmonie und ein Besuch des Miniaturwunderlandes.

Und weil quasi gleichzeitig der Kinofilm über die Zwillingsbrüder Braun und ihre Idee mit der weltweit größten Modellanlage am Donnerstag auf die Leinwände kam, habe ich mir online Karten für eine Vorstellung am frühen Nachmittag im Astor-Kino in der HafenCity gesichert.
Und obwohl ich wusste, dass gerade zu diesem Zeitpunkt der Zugang über den Aufzug aufgrund einer Reparatur nicht möglich war, bin ich pünktlich zum Film dort gewesen – mit einer Cola und einem großen Eimer Popcorn 😉
Die Treppe im Kino habe ich geschafft, auch die Stufen zu den Sitzreihen im Kinosaal. Und dann 90 Minuten Geschichte über die beiden Gründer, den Weg zum Welterfolg, die Kooperation mit der Familie aus Südamerika und vieles andere mehr sehr genossen.

Eingangsbereich des Kinos – ohne Aufzug waren lediglich die „normalen“ Toiletten im Ergeschoss, nicht die barrierefreien im Untergeschoss zu erreichen…

Und der (Zeit-)Plan ging auf. Ich war etwa 10 Minuten vor Jochen an der Elbphilharmonie, um dann mit Jochen zusammen erst die sog. Plaza (erstes Stockwerk des neu errichteten Baukörpers) zu inspizieren und ne Stunde später unseren reservierten Platz im Restaurant Störtebeker einzunehmen und das vorzügliche Essen zu genießen. Von der Plaza hat man einen tollen RundumBlick auf die Hamburg!

Tolle Sicht von der umlaufende Galerie rund um die Elbphilharmonie
Restaurant Störtebeker mit feiner Karte und entsprechenden Preisen (einmal kann man das machen…)

So gestärkt haben wir unseren Platz im Großen Konzertsaal bezogen, um erst eine, kleine 30-minütige Einführung über die gleich zu hörende Orgel der „Elphi“ zu bekommen. Und danach das absolut beeindruckende Konzert zu genießen – völlig überwältigend, welchen Klang eine Solistin mit Händen und Füßen in diesem riesigen Raum ertönen lassen kann.

Der noch fast leere Konzertsaal mit einigen der 5000 Pfeifen der Orgel

Nach dem Konzert sind wir wieder voller Eindrücke des Tages zurück ins Hotel und Energie für den kommenden Tag getankt.
Am Vormittag – Jochen war wieder auf Family-Tour – habe ich kurzfristig ein Programm-Angebot auf den Event-Seiten von Hamburgs Internetseite ausgewählt, dessen Tutenchamun-Überschrift mich angezogen hat.

Dorthin war ich – diesmal – aufgrund des Startzeitpunkte und den Erfahrungen der letzten U-Bahn-Fahrten mit den Taxi unterwegs. Das habe ich telefonisch bei einer der Taxi-Zentralen direkt zum Hotel bestellt und wurde für € 15,00 direkt vor der Türe ab abgesetzt. War von der Örtlichkeit eher unscheinbar – und das Event hart mich dann auch eher enttäuscht…

Eine recht flache 3D-anmutende Diashow mit sehr übersichtlicher Informations-Tiefe…

OK, habe die 60 Minuten dann dort verbracht und mich auf den Weg zu unseren nächsten Programm -Idee gemacht.
Den Weg habe ich diesmal zu einem größeren Teil mit dem Rolli zurückgelegt – Hamburg ist ja da von den Steigungen her eher unproblematisch.

Nicht die David-Wache von der Reeperbahn aber eben auch eine schöne Polizeistation

Also hab ich mich umgesehen, einige Pausen gemacht – auch um ne Kleinigkeit vom Imbiss zu essen – und bin dann, direkt neben dem Miniatur-Wunderland in die Kaffee-Rösterei gegangen, um meinen Koffein-Spiegel aufzufüllen. Dank Hubplattform auch barrierefrei zugänglich mit Rollstuhl-Toilette im Stockwerk darüber.

Kaffee in vielen verschiedenen Ausführungen, ein (Bohnen-)Shop, leckerer Kuchen und sehr nettes Personal

Nach der Stärkung ging es, früher als geplant – weil Jochen schon um die Ecke kam – weiter ins Miniatur-Wunder-Land. Dort erstmal ins Bistro, weil einer von uns Beiden noch etwas essen wollte.
Und weil der nette Typ an der Kasse dann auch noch die aktuell recht wenigen Besucher erwähnte, sind wir also schon vor der, speziell für Menschen mit Behinderung eingerichteten Sonder-Öffnungszeit (den sog. Rollstuhl-Abend), in die Ausstellung der winzigen Welt-Regionen eingetaucht.

Und weil man das Alles definitiv nicht beschreiben kann, aber sehen muss, kommen jetzt nur ein paar Bilder…
Für diejenigen, die außerdem noch viele visuelle Inputs brauchen, hier der YouTube-Kanal mit aktuell 630 Videos.

Leitstand der Anlage
Kolloseum in Rom
Airport Knuffingen mit dem Schloss Neuschwanstein im Hintergrund
Super bewegte Drake-Passage
Peters Dom – und Nein, ich habe nicht nur Italien angesehen… 😉

Und nachdem wir all das einigermaßen „verdaut“ hatten, ging es schon wieder los Richtung Heimat.
Aufgrund einer Fahrplan-Änderung haben wir etwas früher gefrühstückt, sind recht fokussiert Richtung Hauptbahnhof los und waren deshalb entspannt auch in Hamburg am Treffpunkt für die Mobilitätshilfe und dann letzendlich perfekt im richtigen Zug zurück nach Hause.

Jochen und mein Küschall-Rolli im Hotelzimmer – auf gehts nach Hause!

Das war also meine erste Zugreise mit dem Rollstuhl. Im Endeffekt bin ich sehr glücklich, dass alles so geklappt hat. Einige Male lief es aber wirklich nur, weil ich eben nicht komplett auf den Rädern unterwegs sein muss, Ausgefallene Fahrstühle in den U-Bahnstationen, keine funktionierende Rolli-Toilette am Hauptbahnhof und einiges andere haben eben nur geklappt, weil ich noch aufstehen und den Rolli ein paar Stufen hochziehen / auf den Rolltreppen hinter mir herziehen kann. Mein Eindruck von Hamburg ist also gut, andere Betroffene kommen wahrscheinlich in andere Situationen – es gilt also wie immer: Gut informiert sein! Die Menschen, denen ich im Rolli begegnet bin, waren ALLE (!) extrem hilfsbereit und aufmerksam.

Für Euren nächsten Ausflug ganz viel Spaß und Freude – Bitte teilt Eure Erfahrungen doch einfach in unserer Facebook-Gruppe!

Start in die Saison geglückt!

Nach einer sehr langen Projektpause mit vielen unerwarteten Wendungen gibt es jetzt erste Neuigkeiten.

Ich habe das wunderbare Wetter heute genutzt und mich auf den Weg gemacht.
Vom ehemaligen Bahnhof Stadt Bad Brückenau auf dem Bahnradweg bin ich mit dem Berkelbike Richtung Eckarts losgefahren.
Dort durch den Ort und auf der anderen Seite der Sinn über das Staatsbad zurück nach Brückenau.

Es hat alles viel besser geklappt, als vermutet. Ohne helfende Hände habe ich den kompletten Weg ohne großartige Hindernisse geschafft.

Tolles Gefühl, tolle Strecke, super Wetter!!!

Hier der Link auf All-Trails, damit Ihr Euch das anschauen und speichern könnt:
https://www.alltrails.com/explore/map/karte-3-marz-2024-b9a8f4a?u=m&sh=vj8hn1

Sind ingesamt etwas über 12 Kilometer, alle Steigungen sind eher harmlos.
Bilder von der Strecke lade ich später noch hoch…

Robin tastet sich auf 12,5 Meter Höhe – er ist blind!

Robin hat sich über den DeutschenAlpenVerein (DAV) bei uns gemeldet.
Er hatte Lust, das Klettern auszuprobieren.

Und weil Kerstin den „Trainerschein C für Menschen mit Behinderung“ hat, konnten wir helfen.
Wir haben uns mit Robin in der Kletterhalle Bad Kissingen getroffen, Kerstin hat ihn in die relevanten Infos über Technik, Kletterzeug und Kommandos eingewiesen – und dann ging es an die Kletterwand.

Von unten haben wir Robin auf die Positionen von Tritten und Griffen hingewiesen, er hat danach getastet. Ohne etwas zu sehen hat er sich – mit einigen Pausen – an der Kletterwand hochgearbeitet.

Und er hat es bis ganz oben geschafft!
Ohne Übung, beim ersten Kletterversuch ist Robin die komplette Wand hoch.
Wir haben uns alle so sehr gefreut. Es hat alles super geklappt.

Nach zwei Stunden waren alle total happy.
Und wir sind uns ganz sicher, dass wir das noch viele Male machen wollen. Als nächstes steht eine gemeinsame Wandertour auf dem Programm.

Meldet Euch! Dann finden wir sicher einen Termin, an dem wir zusammen etwas erleben können – beim Wandern, Klettern, Sommerrodeln oder etwas anderem!

Werdet Mitglied in unserer Facebook-Gruppe, dann bleibt Ihr auf dem Laufenden.
https://www.facebook.com/groups/1698711450192487

Bis bald, Eure Team von Rhön barrierefrei!

Spielplatz barrierefrei – Italien macht es einfach

Dieses Bild ist in unserem Italienurlaub zwischen den Jahren entstanden.

Und wieder einmal waren wir begeistert, welche einfache Lösung dort zu mehr Inklusion beiträgt.
Ein kleines Kinderkarussell – und völlig selbstverständlich eben nicht nur der „naja, dann machen wir eben auch was für Rolli-Fahrer“-Platz, sondern zwei Plätze für Fußgänger, zwei Plätze für kleine Rolli-Fahrer.
Also völlige Gleichbehandlung. 50% für gesunde Kinder, 50% für deren Freunde mit einer Geh-Beeinträchtigung.

Wir finden das super – und beim nächsten Termin mit Verantwortlichen haben wir einen Ausdruck des Bildes dabei!

Euch allen ein frohes neues Jahr.
Bleibt so gesund, wie irgendwie möglich, zuversichtlich und engagiert!

Euer Rhön barrierefrei-Team,
Daniel.

Euro-Schlüssel öffnet jetzt zwei Rolli-Toiletten

Nach einigen Telefonaten wurde es heute wahr – die beiden Rolli-Toiletten direkt am Rathaus von Bad Brückenau und am Fußweg Richtung Schlosspark bekommen einen Zugang per Euro-Schlüssel.
Für kleines Geld versendet der Verein an jeden Bedürftigen (Nachweis erforderlich) einen solchen Schlüssel, mit dem in ganz Europa ein Großteil der Behindertentoiletten zu öffnen ist (Autobahn-Rastplätze, Öffentliche Toiletten, usw.)
In dem ebenfalls angebotenen Buch sind Städte im deutschsprachigen Raum aufgelistet – mit Adressen der (schließbaren) Toiletten.
Ich habe natürlich einen solchen Schlüssel an meinem Bund und das Büchlein im Handschuhfach 😉
Mit der neuen Beschilderung findet dann auch jeder diese Möglichkeit – und das völlig unabhängig von Öffnungszeiten.

Klettern beim Deutschen Alpenverein…

Rhön barrierefrei war in München!

Kerstin hat nach Ihrem „Trainerschein C für Menschen mit Behinderung“ eine Weiterbildung beim Deutschen Alpenverein (DAV) absolviert.
Die beiden Trainer haben über das Wochenende die Teilnehmer fit gemacht, was das Routenschrauben für Menschen mit MS angeht.

Dr. Claudia Kern (mit mir im Bild) hat an der TU München den Doktortitel für ihre Arbeit  „Klettern bei Multipler Sklerose“ erhalten und engagiert sich z.B. im Projekt www.ms-ontherocks.de

Sie hat also speziell für MS-Erkrankte wirklich totale Ahnung, welche Griffe und Tritte in welchem Abstand, in welcher Höhe Sinn machen.
In Ihrer Dissertation hat sie nachgewiesen, welche positiven Auswirkungen das Klettern für MS´ler hat.

An dem Lehrgang haben auch einige Mitglieder der gäMSen teilgenommen – eine sehr aktiven SH-Gruppe aus Wuppertal, die das Klettern mit MS´lern fördert.

Es war ein sehr schönes Wochenende mit vielen engagierten Menschen – unseren Trauzeugen Florian mit seiner Frau habe wir natürlich bei dieser Gelegenheit auch besucht 😉

Die Kletterhalle in Fulda haben wir uns schon letztes Jahr angesehen – die Zugänge sind prima mit dem Rolli machbar!

Meldet Euch, wenn auch Ihr Lust habt, eine Kletterwand zu erklimmen!

 

Aktuell kleine Projektpause

Aufgrund eines Ereignisses in meiner Familie bleibt mir aktuell fast keine Zeit, das Projekt voran zu treiben.

Trotzdem hatten wir gestern ein sehr positives Gespräch mit einem Vertreter einer unserer „Kern-Städte“.
Wir haben uns auf weitere Schritte verständigt – und wünschen uns alle zusammen, dass wir da etwas in unserem Sinne bewegen können.

Konkret geht es um die Entwicklung weiterer Wege und deren Kennzeichnung.

Drückt alle die Daumen, dass wir da an der richtigen Stelle vorgesprochen haben – wir informieren wieder!

Leider konnten wir aus oben genannten Grund dieses Jahr nicht am IRHÖNMAN teilnehmen – nächstes Jahr möchte ich wieder dabei sein!

Bleibt unsere Seite oder der Gruppe treu – wir arbeiten weiter an unserem Ziel, unsere schöne Region auch für Menschen mit Einschränkungen erlebbar zu machen!

Alles Gute für Euch,
Daniel 

Irhönman 2018 – der erste IRhönman für alle

Inklusion ist, wenn keiner es merkt.

Unter diesem Motto nehmen auf Initiative von rhön-barrierefrei am Irhönman 2018 erstmals auch Menschen mit Geh-Beeinträchtigung teil.

Beim Blick auf die Touren des diesjährigen Irhönman stellten wir, die Initiatoren von rhön-barrierefrei, fest, dass sowohl beim Stadtlauf als auch beim Kuppenritt Touren dabei sind, die ohne weitere Modifikation für Menschen im Rollstuhl bzw. mit Handbike absolviert werden können.

Kurdirektor Michael Feiler war spontan begeistert von der Idee des „Irhönman für alle“.

Am 20. und 22. Juli ist es soweit: Beim Sportler Run des Sparkassen Stadtlaufs und bei der Familientour des Rhöner Kuppenritts werden Rollstuhlfahrer und Handbiker dabei sein.
Für den Stadtlauf konnten wir auch die Entwickler des Vosara, eines flexiblen Vorsatzrads für Rollstühle, gewinnen, so dass das vosara am Abend des Stadtlaufs auch probegefahren werden kann. Am Rhöner Kuppenritt wird auch das in Holland entwickelte Berkel Bike dabei sein.
Interesse? Dann schauen Sie doch vorbei!

Und noch besser: Lust, dabei zu sein? Dann melden Sie sich bei uns über unser Kontaktformular!
Wir übernehmen die Startgebühr und stellen sicher, dass Sie trotz gesperrter Innenstadt barrierefrei zum Startplatz kommen.

(Klick auf das Bild führt zum Artikel auf www.mainpost.de)